Jahresausflug 2010 nach Tübingen

Als wir im März dieses Jahres unseren Jahresausflug planten, war es noch ungemütlich und kalt. Wir hätten es uns nicht träumen lassen bei so hitzigen Temperaturen Tübingen zu erobern. Bei noch angenehmer Temperatur wurde nun unser Bus am Samstag, den 3. Juli mit Gästen und Sängern, Frühstücksbüfett, Liederbüchern und viel guter Laune befüllt.

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Nur kurz durften wir noch so vor sich uns hindösen, denn dann wurden auch schon die Liederbücher gezückt und die ersten Lieder geschmettert. Kaum die neueste Oberschwaben-Hymne von Bernhard "Barney" Bitterwolf gelernt "Mir lond it luck, Gottes schönste Gaben sind - die Oberschwaben", wie es im letzten Vers heißt, waren wir auch schon auf der Höhe der Schwäbischen Alb angekommen, um auf einem schattigen Rastplatz unser beliebtes Frühstücksbüfett aufzubauen.

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Rasch wurde der große Biertisch hingestellt, mit einer abwaschbaren Tischdecke versehen und dann wurde geschlemmt, geplaudert

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und Marlene ein Geburtstagsständchen gesungen.

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Die Frau unseres Ehrenvorsitzenden Heribert Gnann feierte an diesem Tag ihren 65. Geburtstag. Marlene lud uns alle zum Sektumtrunk ein und wir prosteten ihr zum Wohle zu.

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Nachdem wir gestärkt und erfrischt waren, und noch rasch einige die "Waldkapelle" aufgesucht hatten, ging die Fahrt weiter über Reutlingen nach Tübingen.

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Hier teilten wir uns in zwei Gruppen auf und wurden von zwei reizenden Damen durch die Stadt geführt.

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Vorbei an der Statue Ludwigs Uhlands, durch die Plantanenalle, über die Neckarbrücke

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zu einer kleinen Gasse oberhalb des Neckars, zum Hölderlinturm, in dem Friedrich Hölderlin seine Jahre bis zum Tode mit schizophrenen Schüben verbrachte,

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vorbei an der Burse (ehemals Universität, dann Klinikum, dann wiederum Universität der "freien Künste"), zum Evang. Stift, über das wir recht wilde Geschichten erfuhren: die Trinkgewohnheiten der Studenten, damals (im 16.Jahrh.) nur männliche, waren so gefürchtet von der Tübinger Bevölkerung, dass diese ihre Töchter ordentlich unter Verschluss hielten, um die Zahl der unehelichen Geburten auf möglichst niedrigem Stande zu halten. Oh, weh! Seit 1969 dürfen auch Frauen dort studieren und die Trinkgewohnheiten haben sich hoffentlich gebessert. Interessant ist, das heute 70% der Studenten weiblichen Geschlechts sind.

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Am Marktplatz erfahren wir die Bedeutungen der Zeichnungen auf dem Rathaus: Die kunstvolle Uhr, die den Lauf der Gestirne und der Mondphasen anzeigt, der württembergische Graf Eberhard im Bart, der im Jahre 1477 die Universität gründete.

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Hier verabschiedete sich dann unsere Führerin von uns und wünschte uns weiterhin noch einen schönen Tag. Eigentlich war im Anschluss an die Führung ein "Sängerauftritt" in der Stiftskirche geplant aber es war bereits ein anderer Chor auf der Empore und probte für ein Konzert am Abend. So wurden wir begeisterte Zuhörer und konnten uns in der kühlen Kirche zurücklehnen und einem Ohrenschmaus widmen.

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Unser Programm war straff geplant; einige machten es sich in Cafes genüsslich andere gingen bummeln und noch andere zog es zu den Stocherkähnen. Unterwegs mussten wir unbedingt ein leckeres Eis dazwischen schieben.

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Bewaffnet mit Sonnenhüten, Regen- bzw. Sonnenschirmen und kühlen Getränken fuhren wir in eineinhalb Stunden mit zwei Kähnen

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und jungen wunderbaren "Stocherern" den Neckar hinauf und den Neckarkanal wieder hinunter.

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Die Hitze verführte manche, die Füße im Neckar zu kühlen.

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Irgendwann wollte einer unserer Herren es genau wissen und wechselte mit unserem jungen "Stocherer" den Platz.

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Nach einer Zickzacktour stellten Kurt und wir fest, so leicht wie es aussieht ist es nicht. Aber es war mutig, diesen schweißtreibenden Job auszuprobieren.

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Hugo hat zwar nicht gestochert aber auch mitfahren macht müde. Nach der Stocherkahnfahrt mussten wir schnell zum Bus sputen. An diesem Samstag lief das Viertelfinalspiel Deutschland gegen Argentinien. Wir wollten rechtzeitig in Honau im "Forellen-Restaurant" sein, um den Anpfiff zu erleben. Dort erwartete uns schon eine große Leinwand und nette Bedienungen, um uns mit Erfrischungen und Leckereien zu versorgen. Die meisten schauten gebannt auf die Leinwand.

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Irgendwann stellten die Bedienungen das Essen und Trinken auf die Tische und irgendwie ist es dann auch in unseren Mägen gelandet. Glücklich mit einem 4:1 Sieg bestiegen wir wieder unseren Bus Richtung Heimat. Unterwegs mussten wir immer wieder Fußballbegeisterten zu winken, die jubelnd Fahnen schwenkend am Straßenrand standen. Auf der Heimfahrt wurde noch kräftig gesungen. Es war zwar ein heißer aber ein schöner, erfahrungsreicher und geselliger Tag.